Ein wesentlicher Baustein der feuerwehrtechnischen Ausbildung ist es, die Einsatzkräfte in regelmäßigen Übungen mit den Einsatzmitteln und möglichen Einsatzszenarien vertraut zu machen. Durch die anhaltenden Corona-Kontaktbeschränkungen liegt allerdings der Übungsbetrieb in vielen Feuerwehren derzeit „auf Eis“. Online-Schulungen, gerne auch scherzhaft als „Home-Firefighting“ bezeichnet, können die praktische Einsatzvorbereitung nur bedingt ersetzen, auch wenn diese Unterrichtseinheiten oft sehr kreativ und abwechslungsreich gestaltet werden. 

Vor allem für die Atemschutzgeräteträgerinnen und -träger ist das regelmäßige praktische Training ein absolutes Muss, damit der Umgang mit den lebensrettenden Geräten im Einsatzfall blind funktioniert. Laut Feuerwehrdienstvorschrift müssen Atemschutzgeräteträger regelmäßig ihre gesundheitliche Eignung nachweisen, eine Einweisung erhalten und jeweils einmal jährlich vor Ort eine Übung oder einen Einsatz absolvieren sowie eine speziell konzipierte Atemschutzübungsstrecke begehen, um ihre körperliche Fitness unter Beweis zu stellen.

„Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie und der damit zusammenhängenden Schließung der Atemschutzstrecke in Bürstadt hat die Freiwillige Feuerwehr Einhausen eine alternative Übungsstrecke konzipiert, wo eine anerkannte Belastungsübung durchgeführt werden kann“, sagt Gemeindebrandinspektor Christoph Röll. So trafen sich nun mehrere Trupps (jeweils zwei Atemschutzgeräteträger), um die Belastungsstrecke zu absolvieren. Diese war auf dem Parkplatz hinter der Sporthalle unter Einbezug des dort befindlichen Überseecontainers aufgebaut. Die Übung wird geleitet, überwacht und dokumentiert von Atemschutzgerätewart Jan Lüders und mindestens einem weiteren Ausbilder, der auch als Feuerwehrsanitäter ausgebildet ist.

Auch der reguläre Übungsbetrieb soll nun wieder aufgenommen werden, um die corona-bedingten Ausbildungsdefizite in der Mannschaft aufzuarbeiten. Man orientiert sich hier einer Öffnungsmatrix, die federführend von der Feuerwehr Bensheim erarbeitet und nun kreisweit umgesetzt werden soll. Je nach örtlicher Inzidenz können gemeinsame Übungen nun unter Beachtung des vorgegebenen Hygienekonzeptes zunächst in Kleingruppen, später auch in Zugstärke wieder stattfinden.

 Die Belastungsübung besteht aus vier Übungsteilen, die in willkürlicher Reihenfolge mit dem rund 15 kg schweren Atemschutzgerät absolviert werden:

  • 400 m zügiges Gehen – das entspricht vier Runden um den Parkplatz;
  • 20 m Treppensteigen – hier viermal die Sporthallen-Außentreppe besteigen;
  • 40 m Gehstrecke mit einer Last von 20 kg – das entspricht zwei Schlauchpaketen;
  • 200 m zügiges Gehen Gehstrecke, anschließend Absolvieren des insgesamt 20 m langen „Kriechparcours“ im Container, anschließend nochmals eine Runde zügiges Gehen.

Der Durchgang gilt als bestanden, wenn die Atemluft für den gesamten Durchgang ausgereicht hat, und die Maske während des kompletten Durchgangs nicht abgenommen wurde.

Unabhängig von der Pandemiesituation werden alle Atemschutzmasken nach Gebrauch grundsätzlich penibel gereinigt und desinfiziert.

Die Feuerwehr Einhausen hat die Übung mit den beiden Protagonisten Christian Heß und Daniel Degen dokumentiert und auf ihrem Youtube-Kanal veröffentlicht:

https://youtu.be/wfu5VBgotl4

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