zum 100-jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Einhausen 1995

Die Freiwillige Feuerwehr Einhausen begeht in diesem Jahr ihr 100-jähriges Jubiläum (1995). Dies ist Anlass genug, auch ein Resümee über 22 Jahre Jugendarbeit in dieser Feuerwehr zu ziehen.

von Stephan Rapp

Man schrieb den 28. September 1973, als im Vereinslokal "Zum Engel" die Gründungsversammlung der Jugendfeuerwehr Einhausen stattfand. Die Verantwortlichen, allen voran Roland Hartnagel, hatten erkannt, dass ohne eine fundierte Jugendarbeit die Einsatzbereitschaft der Wehr in Frage gestellt werden musste. Mit damals noch 25 wirklich aktiven Mitgliedern sah die Zukunft der Einsatzabteilung nicht sehr viel versprechend aus. Bereits im Vorfeld der Gründung fand eine intensive Kontaktaufnahme mit anderen Jugendfeuerwehren statt, um hier wichtige Erkenntnisse über die Arbeit mit den Jugendlichen zu gewinnen.

So konnte dann am 2. September 1973 auf dem Juxplatz ein Werbetag für die Jugendfeuerwehr veranstaltet werden, bei dem die Jugendfeuerwehren Lorsch und Kirschhausen anwesend waren und demonstrierten, was Jugendarbeit in der Feuerwehr bedeutet. Spontan erklärten sich daraufhin 19 Einhäuser Jugendliche zur Aufnahme in die zu gründende Jugendfeuerwehr bereit. Am 9. September trafen sich diese Jugendlichen zu einer ersten Einführung in das Feuerwehrwesen. Nach dieser Vorbereitung und der Einkleidung fand die Gründungsfeier am 28. September 1973 im Vereinslokal €žZum Engel" statt. Da sich inzwischen noch vier weitere Jugendliche gemeldet hatten, betrug die Mannschaftsstärke nun bereits 23 Mann. Erster Jugendfeuerwehrwart wurde Erwin Rau, der sich schon im Vorfeld der Gründung um die Jugendfeuerwehr bemüht hatte. Gute Zusammenarbeit mit Kreisjugendfeuerwehrwart Herbert Funk und den Bezirksjugendfeuerwehrwarten Ernst Laumann und Manfred Kaiser erleichterte den Anfang. Nun begann für die Jugendlichen und ihre Betreuer die eigentliche Arbeit. Neben der feuerwehrtechnischen Ausbildung in Theorie und Praxis widmete man sich auch den verschiedenen Wettkämpfen, die auf Kreis- und Löschbezirksebene ausgetragen wurden.

Vor allem der alljährliche Bundeswettkampf auf Kreisebene bildet einen Höhepunkt im Kalender der Jugendlichen. Bereits bei der zweiten Teilnahme 1975 erzielte man den bis heute größten Erfolg: die Kreismeisterschaft. Mit dem Gewinn dieses Titels hatte man sich gleichzeitig für die Teilnahme am Landesentscheid in Marburg qualifiziert. Dorthin fuhr die Mannschaft mit zahlreichen Fans in einem Auto- und Wohnwagenkonvoi und schlug in einem Waldstück bei Marburg ihr Zeltlager auf. Es folgten bis heute unvergessene Abende am Lagerfeuer, auch wenn man sich beim Wettkampf dann mit einem Platz im Mittelfeld begnügen musste.

 

Auch in den folgenden Jahren belegte die Jugendfeuerwehr Einhausen immer wieder vordere Plätze beim Kreiswettkampf. Zu einem ersten Platz reichte es zwar nicht mehr, jedoch wurden noch zwei zweite, zwei dritte, vier vierte und drei fünfte Plätze erkämpft. Im Jahre 1994 beteiligte sich die Jugendfeuerwehr an dem erst seit wenigen Jahren ausgerichteten Südhessen-Pokal, und war dort mit dem erreichten 6. Platz die beste Bergsträßer Mannschaft.

Jedoch nicht nur beim Kreiswettkampf, auch bei vielen anderen Veranstaltungen, wie dem alljährlich stattfindenden Kreiszeltlager, der Bezirksolympiade, der Winterwanderung oder Festivitäten anderer Jugendfeuerwehren war und ist die Einhäuser Jugendfeuerwehr immer präsent, um die Geselligkeit zu pflegen und um Kontakte zu anderen Jugendfeuerwehren aufrechtzuerhalten.

Beim Kreiszeltlager, an dem alljährlich bis zu 1200 Bergsträßer Jugendfeuerwehrmitglieder teilnehmen, haben seit 1976, als die erste Einhäuser Gruppe bei der Leistungsspangenabnahme teilnahm, 52 Jugendfeuerwehrmänner diese Prüfung bestanden.Doch auch außerhalb der Feuerwehr versuchte die Jugendfeuerwehr auf sich aufmerksam zu machen: im November 1974 wurde von ihr die erste Altpapiersammlung durchgeführt, zu einer Zeit also, als €žRecycling" noch ein weitgehend unbekanntes Fremdwort war. Heute werden die Sammlungen wegen des großen Aufwandes von der gesamten Wehr durchgeführt.Im Januar 1980 fand die erste Weihnachtsbaumsammlung der Jugendfeuerwehr statt. Diese Aktion wird seither jedes Jahr durchgeführt. Sie erspart der Bevölkerung Arbeit und nützt der Umwelt, da alle Bäume kompostiert werden.Im Jahr 1977 wurde Erwin Rau stellvertretender Ortsbrandmeister in Einhausen und sein Bruder Albert Rau wurde auf der Jahreshauptversammlung 1979 zum neuen Jugendfeuerwehrwart gewählt. Unter seiner Führung ging die Jugendarbeit kontinuierlich weiter, auf Winterwanderungen und Bezirksolympiaden wurden mehrere erste Plätze errungen.

1983 stand das zehnjährige Bestehen der Jugendfeuerwehr Einhausen auf dem Programm. Aus diesem Anlass richtete die Einhäuser Feuerwehren Kreisjugendfeuerwehrtag mit dem Kreiswettkampf aus, der sehr gut verlaufen ist. Mit dem Bau des neuen Feuerwehrhauses 1985 sah sich auch die Jugendfeuerwehr neuen Perspektiven gegenübergestellt, sollten die Jugendlichen doch nun endlich einen eigenen Jugendraum erhalten. Dies löste große Freude aus, konnte man doch nun in den Wintermonaten hier neben dem theoretischen Unterricht auch Bastelarbeiten tätigen. Mit einer großen Werkbank und reichlich Werkzeug ausgerüstet wird der Jugendraum in den kühlen Monaten hierzu oft benutzt. Aber auch die Geselligkeit kommt in der gemütlichen Sitzecke nicht zu kurz. Ende der 80er Jahre gingen die Mitgliederzahlen in den meisten Jugendfeuerwehren zurück. Dies lag zum einen an den kleineren Jahrgängen, zum anderen aber auch an dem Mindesteintrittsalter von 12 Jahren, welches für die Jugendfeuerwehren gesetzlich vorgeschrieben war. Denn mit 12 Jahren sind die Jugendlichen häufig schon an andere Vereine fest gebunden, so dass die Jugendfeuerwehr quasi €žzu spät" kam. Zusätzlich war das immer größer werdende Freizeitangebot ein Problem, so dass die Jugendlichen oft für die Vereine gar keine Zeit mehr hatten. Auch bei unserer Jugendfeuerwehr gingen die Mitgliedszahlen zurück.

Auf Drängen der Jugendfeuerwehren hat der Hessische Landtag dann das Eintrittsalter auf 10 Jahre herabgesetzt, und in der folgenden Zeit sind die Mitgliederzahlen meist wieder angewachsen, so auch bei uns in Einhausen. Jedoch war es für die Betreuer auch Neuland, mit so jungen Kindern zusammenzuarbeiten. Man musste feststellen, dass man diese jungen Leute eher spielerisch an das Feuerwehrwesen heranführen musste. Der Gesetzgeber trug dem ebenfalls Rechnung, indem er den Jugendfeuerwehren die Teilnahme an Einsätzen, was vorher eine Selbstverständlichkeit war, untersagte, um die jüngsten Mitglieder zu schützen. Im Jahre 1989 übergab Albert Rau eine gut arbeitende Jugendfeuerwehr an den neuen Jugendfeuerwehrwart Wilhelm Krüger, der sie seither mit großem Engagement leitet. Bei allen wichtigen Veranstaltungen auf Kreis- und Bezirksebene ist die Einhäuser Jugend ­feuerwehr zu finden. Das Jahr 1993 stand ganz im Zeichen des 20jährigen Bestehens der Jugendfeuerwehr Einhausen. Neben einer Feierstunde im Bürgerhaus sollte am darauf folgenden Tag auch die Bezirksolympiade des Löschbezirks IV rund um das Feuerwehrhaus stattfinden. Bei interessanten Spielen ermittelten die angereisten Mannschaften ihre Platzierungen und konnten dank der spendenfreudigen Einhäuser Geschäftswelt attraktive Preise mit nach Hause nehmen.

In der Jugendfeuerwehr Einhausen wird von jeher eine gute feuerwehrtechnische Ausbildung betrieben, was die alljährlichen guten Kritiken an den Inspektionsübungen beweisen. Aber auch Spiel und Spaß kommen in der Jugendfeuerwehr nicht zu kurz. So werden Schwimmbäder und Eislaufbahnen besucht oder Fußballturniere bestritten. Gerade beim Fußballspiel finden sich sehr oft Mitglieder aller drei Abteilungen (Jugendfeuerwehr, Einsatzabteilung und Musikcorps) zusammen, um gegen ortsansässige Vereine oder befreundete Feuerwehren anzutreten. Die Jugendfeuerwehr Einhausen hat ihren guten Ruf, den sie im Kreis Bergstraße besitzt, Jahr für Jahr immer wieder neu unterstrichen.

rotz der manchmal spielerischen Art darf man aber nicht vergessen, dass es die Hauptaufgabe einer Jugendfeuerwehr ist, die Jugendlichen auf den späteren Dienst in der Einsatzabteilung vorzubereiten. Sie sollen später einmal den Brandschutz in unserer Gemeinde sicherstellen. Bis heute trägt die Jugendfeuerwehr dazu bei, dass es in den Reihen der Einsatzabteilung keine Nachwuchsprobleme gibt. Hierzu eine kleine Statistik: In der Jugendfeuerwehr Einhausen waren in den letzten 22 Jahren 133 Jugendliche aktiv, wovon 43 in die Einsatzabteilung übernommen wurden. Von diesen sind heute noch 23 als Feuerwehrmänner aktiv. Bedenkt man nun, dass die Einsatzabteilung 40 Mann stark ist, dann kann man ermessen, wo die Feuerwehr ohne die ehemaligen Jugendfeuerwehrmitglieder heute stünde.

 

 

 

 

 

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