EINHAUSEN/LORSCH.

Einhausen und Lorsch haben sich getraut – zumindest im übertragenen Sinne: Die Feuerwehren der beiden Kommunen arbeiten nun zusammen. Die neue Kooperation wurde kürzlich beschlossen. Ein Stichwort dabei ist auch interkommunale Zusammenarbeit. Abgesegnet wurde diese Zusammenarbeit daher auch von den kommunalen Gremien. Aber auch Kreisbrandinspektor Wolfgang Müller ist mit der neuen Feuerwehr-„Ehe“ zufrieden. Er bezeichnete diese Kooperation als „einmalig im Kreis Bergstraße“.

 


Erste Schulung für beide Teams

In der Praxis trafen sich die Brandschützer aus den beiden Gemeinden bereits zur ersten gemeinsamen Schulung im Bereich Fernmeldetechnik in Lorsch. Markus Stracke, Marcel Schneider und Martina Neubecker hatten die Schulung übernommen. Zu Beginn waren auch die Bürgermeister Christian Schönung aus Lorsch und Philipp Bohrer aus Einhausen anwesend.

Schon im Voraus habe sich bei verschiedenen Einsätzen gezeigt, dass eine solche Kooperation sinnvoll sein könnte, erklärte Schönung. Der Einhäuser Gemeindebrandinspektor Christoph Röll und der Lorscher Stadtbrandinspektor Franz-Josef Schumacher hätten nun einen gemeinsamen
Alarmierungsplan ausgearbeitet, um im Ernstfall alles gut koordinieren zu können. Schönung lobte dieses gemeinsame Engagement. Der Rathauschef fügte allerdings hinzu, dass er natürlich hoffe, dass gemeinsame Einsätze nicht allzu oft vorkommen. Für wichtig befand der Lorscher Bürgermeister, dass die Inhalte der Zusammenarbeit gut vermittelt werden.

Es sei erfreulich, dass die Kooperation jetzt zustande gekommen sei, sagte auch Philipp Bohrer. Die daraus resultierende personelle Vermischung wertete er als positiv. Eifersüchteleien dürften da keine Rolle spielen. Scherzhaft warf er in den Raum, dass ja auch problemlos Ehen zwischen Lorschern und Einhäusern geschlossen würden. Dass beide Feuerwehrhäuser jetzt auch online verbunden sind und mit der gleichen Einsatzsoftware arbeiteten, spart Personal und Kosten. Franz-Josef Schumacher berichtete, dass die Zusammenarbeit im Jahr 2010 von Lorsch angestoßen worden sei. Christoph Röll bezeichnete jedoch die erste Schulung als eigentlichen Startschuss des Projektes. Dem seien erste Zusammenkünfte auf Führungsebene vorausgegangen.

 

Zusammenarbeit wird in drei Schritten ausgebaut

Der Grundbaustein der Kooperation zwischen der Feuerwehr Einhausenund der Feuerwehr Lorsch ist die gemeinsame Führungsunterstützungseinheit. Das gilt hauptsächlich tagsüber, wo bei einer größeren Einsatzlage  nicht immer ausreichend qualifizierte Führungskräfte zur Verfügung stehen.

Der zweite Baustein ist die Zusammenarbeit in der Atemschutzwerkstatt. Die Werkstatt in Einhausen entspricht aber nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen und müsste erweitert werden. Deshalb wird Einhausen seine Geräte künftig in Lorsch warten.

Die dritte Stufe ist die gemeinsame Alarmierung nach den Alarmierungsstichworten des Landes Hessen, die 46 verschiedene Arten von Bränden und Hilfeleistungen beschreiben können. Bei 15 bestimmten Einsatzstichpunkten wird automatisch durch die Leitstelle Bergstraße die Lorscher Wehr zusätzlich zur Wehr in Einhausen alarmiert und bei sechs bestimmten Stichpunkten bekommt die Wehr von Einhausen gleichzeitig mit der Lorscher Wehr Alarm. So können die Einsatztruppen sich gegenseitig in bestimmten Situationen von Beginn an unterstützen.
ml
(Text: BA vom 23.06.2012)

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