LORSCH. Es ist Viertel vor eins in der Nacht auf Samstag, als der Alarm eingeht: Eine Lagerhalle in Lorsch steht in Flammen, Zeugen haben das Feuer gemeldet. Die Feuerwehr rückt an, aber als die Einsatzkräfte eintreffen, schlagen die Flammen schon meterhoch in den Himmel, das Gebäude kann nicht mehr gerettet werden. Das berichtet der Lorscher Stadtbrandinspektor Franz-Josef Schumacher am Sonntagnachmittag.


 

Der erste lange Einsatz dauerte von Samstagnacht bis 17 Uhr am Nachmittag, dann ging es sonntags nachts wieder los, bis zum Morgen. Von den Feuerwehren Lorsch und Einhausen waren rund 70 Brandschützer im Einsatz. Das Rote Kreuz hatte ebenfalls rund 50 Helfer zum Brandort geschickt.

Dass sich das Löschen des Feuers so in die Länge zieht - und nach Angaben des Brandinspektors auch wohl noch ein oder zwei Tage dauern wird -, liegt daran, dass 300 Heuballen in der Scheune gelagert waren. In den Ballen tauchen immer wieder Glutnester auf.

 

Am Sonntag half der Landwirt, dem die Halle gehörte, mit seinem Traktor, die schwelenden Heuballen wegzufahren und ein Stück entfernt vom abgebrannten Gerippe der Halle zu löschen.

Eine Frage, die sicher alle beschäftigt, können aber weder die Ermittler der Polizei noch die Feuerwehrleute bisher beantworten: War es Brandstiftung? Eine Antwort steht noch aus, ein Sprecher der Polizei erklärte gestern, dass die Ermittlungen laufen.

Neben den Heuballen wurden auch Traktoren und Anhänger ein Raub der Flammen. Der Sachschaden wird auf 200 000 Euro geschätzt. Personen wurden nicht verletzt. Der Brand ist inzwischen schon der dritte in den letzten zwei Monaten: Erst Ende November und Mitte Dezember waren in Einhausen zwei Scheunen abgebrannt. Auch in diesen beiden Fällen ist die Brandursache noch nicht klar.

Lorsch hat inzwischen eine lange Vorgeschichte von Bränden, von denen einige auch erwiesenermaßen absichtlich gelegt wurden. Abgebrannte Gartenhütten sind in Lorsch sogar schon seit Jahren ein Thema: Immer wieder wurde in den Kleingartenanlagen gezündelt, immer wieder gab es Hinweise darauf, dass alle auf das Konto eines Täters gehen könnten. Größere Brände gab es auch 2012: Damals standen zwei Hallen auf landwirtschaftlichen Anwesen in Flammen. Im aktuellen Fall ermittelt die Kripo Heppenheim. Sie hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung. cel/tm/mat/df

© Bergsträßer Anzeiger, Montag, 05.01.2015

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