Am Freitag, dem 29.10.2010, fand die diesjährige Herbstabschlussübung der Freiwilligen Feuerwehr Einhausen statt.

Übung der Jugendfeuerwehr

 Um 18:30 Uhr hatte sich die Jugendfeuerwehr zur Übung aufgestellt. Unter den Augen des Gemeindebrandinspektors (GBI) Christoph Röll, des Gemeindevertretervorsitzenden Ingo Bettels und des Mitgliedes des Gemeindevorstandes Karin Gärtner zeigten zwei Gruppen der Jugendfeuerwehr einen Löschangriff am Feuerwehrhaus.

Während die eine Gruppe mit dem LF8-P mittels Saugleitung eine Wasserversorgung aus offenem Gewässer aufbaute, trug die andere Gruppe mit dem neuen LF20/30 den Löschangriff auf die Fahrzeughalle direkt mit einem B-Rohr und dem tragbaren Wasserwerfer vor.
Jugendfeuerwehrwart Christian Heß präsentierte mit seinen Betreuern eine gut ausgebildete Mannschaft, die das Übungsziel zur Zufriedenheit von GBI Röll gut erreichte. Auch die zahlreichenden anwesenden Eltern der Jugendlichen konnten sich davon überzeugen, dass ihr Nachwuchs bei der Jugendfeuerwehr in guten Händen ist und eine fundierte Ausbildung erfährt.

Der Übung folgte eine Nachbesprechung im Feuerwehrhaus, bei der die Gäste aus der Gemeindepolitik mit Lob für die gezeigte Leistung der Jugendfeuerwehr nicht sparten. Karin Gärtner übergab bei dieser Gelegenheit auch eine Anerkennung finanzieller Art an die Jugendfeuerwehr.

 

Übung der Einsatzabteilung

Pünktlich um 19:30 war danach die gesamte Feuerwehr zur Inspektion vor dem Feuerwehrhaus angetreten. Unter den Klängen der Musikabteilung schritten die Gäste, zu denen sich mittlerweile auch Bürgermeister Philipp Bohrer und der stellvertretende Kreisbrandinspektor Werner Trares gesellt hatten, die Reihen der Einsatzabteilung, der Jugendfeuerwehr und der Alters- und Ehrenabteilung ab. Auch eine Einsatzgruppe des DRK Einhausen war angetreten, um bei der folgenden Übung die Einheiten des Rettungsdienstes darzustellen.

Gegen 20:00 Uhr war es dann soweit, die grosse Übung konnte beginnen. Den Einsatzkräften war dabei vorher lediglich bekannt, dass diese Übung im neuen Baugebiet "Im lichten Flecken" unweit des Feuerwehrhauses stattfinden sollte. Die näheren Details der Übungslage waren von Übungsleiter GBI Röll ausgearbeitet und geheim gehalten worden. Sie mussten im Laufe der Übung von den Teilnehmern erst erkundet werden.

Mit dem Stichwort "Gasexplosion im Neubaugebiet -- Näheres nicht bekannt !" wurden die Einsatzkräfte zum Einsatzort gerufen.
Die Leitung des Einsatzes hatte Zugführer Jan Lüders übernommen, der mit dem Kommandofahrzeug als erster an der Einsatzstelle im Riedroder Weg eintraf und zusammen mit seinem Zugtrupp mit der Erkundung der Lage begann, während die Löschfahrzeuge und das DRK zunächst im Bereich Brunnengewann/Promenadenweg im Bereitstellungsraum verblieben.

 

GBI Röll erklärte nun dem Einsatzleiter anhand einer Skizze die angenommene Lage: Nach einer Gasexplosion liegt das Gebäude Riedroder Weg 8 vollkommen zerstört in Trümmern, Gas tritt noch aus! Das Nachbarhaus mit der Nummmer 10 ist von Trümmerteilen beschädigt, eine Zwischendecke ist eingestürzt und es brennt im Bereich des Dachstuhles. Ausserdem sei dort eine Person als verschüttet bzw. eingeklemmt vermutet. Doch damit nicht genug: gegenüber brennt das Gebäude Riedroder Weg 7 als Folge der Explosion im Vollbrand, dort ist ebenfalls eine eingeklemmte/verschüttete Person zu suchen. Daneben schliesslich in der Hausnummer 5 sei ebenfalls ein Brand zu bekämpfen und mit drei verletzten Personen zu rechnen.

 

Aufgrund dieser sehr grossen, unübersichtlichen Lage, erfolgte durch den Einsatzleiter erst eine umfangreiche Erkundung und Planung der notwendigen und machbaren Massnahmen, bevor er die einzelnen Fahrzeuge aus dem Bereitstellungsraum abrief und ihren Einsatzabschnitten zuwies.

 

Die Besatzung des LF 20/30 um Gruppenführer Holger Gallei wurde über die Bürstädter Strasse zum Objekt gerufen und übernahm sofort die Suche nach der verletzten Person und die Brandbekämpfung am Gebäude Riedroder Weg 7. Auch die Brandbekämpfung und Personensuche am Gebäude Riedroder Weg 5 wurde von ihr unterstützt.

 

Das HLF 8/6 übernahm unter der Leitung von Gruppenführer Günter Schmitt die Suche nach der verletzten Person im Gebäude Riedroder Weg 10 und die Brandbekämpfung des dortigen Brandes.

 

Das LF8-P als drittes Löschfahrzeug schliesslich wurde auf der Südseite der Einsatzstelle am Riedroder Weg 1 positioniert und trug die Brandbekämpfung und Menschenrettung im Gebäude Riedroder Weg 5 vor.

 

Der Einsatzleitung war schnell klar, dass die eigenen Mittel im Ernstfall nicht ausreichen reichen würden, um alle Einsatzschwerpunkte dieser großen Schadenslage zeitnah erfolgreich abarbeiten zu können. Deshalb wurde auch unverzüglich fiktiv die Feuerwehr Lorsch zur Hilfe gerufen und deren Fahrzeuge nach und nach den einzelnen Einsatzabschnitten zur Unterstützung zugeteilt.

 

Am Gebäude Gebäude Riedroder Weg 7 wurde nun die verletzte Person aufgefunden: unter einem Container eingeklemmt und mit schweren Verletzungen. Hier wurde deshalb das HLF8/6 mit dem technischen Gerät zur Rettung eingesetzt, während die Rettung und Brandbekämpfung im Gebäude Riedroder Weg 10 fiktiv nun komplett an die Feuerwehr Lorsch übergeben wurde. Die Rettung der eingeklemmten Person unter dem Container erfolgte patientengerecht unter enger Zusammenarbeit von Feuerwehr und Rettungsdienst. Gerade diese Rettungsmassnahme wurde bei der Nachbesprechung vom stellvertretenden KBI und vom GBI einhellig als "herausragend" bezeichnet.

 

Die drei vermissten Personen im Gebäude Riedroder Weg 5 konnten recht schnell gefunden und -- mit Verdacht auf Rauchvergiftungen -- in die Obhut des DRK übergeben werden. Bei der Brandbekämpfung im Gebäude Riedroder Weg 5 kam es noch kurzzeitig zu einer angenommenen kritischen Situation, als ein Trupp im Innenangriff mit einer Durchzündung konfrontiert wurde. Mit Unterstützung durch zwei weitere Trupps konnte aber auch diese Schwierigkeit gemeistert werden.

 

Nachdem alle angeordneten Massnahmen durchgeführt waren und alle Verletzten "gerettet", wurde die Übung beendet und gleich an Ort und Stelle mit den Führungskräften besprochen. GBI Röll erläutete noch einmal, dass es sein Plan war, mit einer sehr grossen Lage die Einsatzleitung dazu zu zwingen, die vorhandenen Kräfte sinnvoll einzusetzen und Schwerpunkte zu bilden.
Es sei unmöglich gewesen, durch die FF Einhausen alleine alle Aufgaben abarbeiten zu lassen, das sei Teil des Planes gewesen. Deshalb sei es auch vollkommen richtig gewesen, beispielsweise die Rettung des fünften Verletzten komplett an die simuliert nachgeforderte Feuerwehr Lorsch zu delegieren, weil die eigenen Kräfte mit der Rettung der anderen vier Verletzten als Schwerpunkt ausgelastet waren. Von GBI Röll und Stellv. KBI Trares wurden die Entschlüsse der Einsatzleitung und die daraufhin durchgeführten Massnahmen als korrekt und zielführend bezeichnet. Die angenommene Übungslage hätte schon fast die Grössenordnung einer Katastrophenschutzübung erreicht und sei sehr gut abgearbeitet worden.

Nach dem Abbau der Gerätschaften und der Aufrüstung der Fahrzeuge traf man sich noch zur Abschlussbesprechung im Feuerwehrhaus. Dort wurde von den Führungskräften noch einmal die gelungene Durchführung der Übung bestätigt, während die politischen Vertreter der Gemeinde der gezeigten Einsatzbereitschaft höchstes Lob zollten und sich einmal mehr in ihrer Einschätzung bestätigt sahen, dass die Einhäuser Bürger beruhigt schlafen könnten, da ihre Sicherheit in guten Händen liege. Auch das DRK bezogen sie dabei ausdrücklich mit ein.

 

Bereitschaftsleiter Kai Frunzke bedankte sich im Namen des DRK für die Einladung zu dieser Übung und zeigte sich erfreut über die bei der Übung gezeigte Zusammenarbeit mit der Feuerwehr.

Nach der anstrengenden Arbeit hatten sich die Beteiligten ein Abendessen verdient, das von der Musikabteilung zubereitet wurde.

Am Freitag, 29.10., findet die Herbstabschlussübung der Freiwilligen Feuerwehr Einhausen statt. Bereits um 18.30 Uhr wird die Jugendfeuerwehr eine Schauübung vor dem Feuerwehrhaus zeigen. Einsatz-, Musik- sowie Ehren- und Altersabteilung werden um 19.30 Uhr zur Inspektion antreten. Anschließend wird die Alarmierung zum Übungsobjekt im neuen Wohngebiet "Im lichten Flecken" erwartet. Auch der DRK-Ortsverband Einhausen wird an der Übung teilnehmen. Über die fiktive Schadenslage werden im Vorfeld nur die Führungskräfte der Wehr informiert sein.

Die Inspektion erfolgt durch den stellvertretenden Kreisbrandinspektor Werner Trares (Kirschhausen), Gemeindebrandinspektor Christoph Röll und den obersten Dienstherrn der Feuerwehr, Bürgermeister Philipp Bohrer.

Interessierte Bürger, die sich von der Schlagkraft ihrer Feuerwehr überzeugen oder das neue Löschfahrzeug LF 20/30 im Einsatz erleben möchten, sind ebenfalls herzlich eingeladen.

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