Zahlreiche helfende Hände waren erforderlich, um den neuen Maibaum in Form zu bringen. Und auch hierbei schwörten die Feuerwehrleute auf alte Traditionen: alle Arbeiten wurden per Hand durchgeführt – nicht wie sonst bei Einsätzen gewohnt mit der Motorkettensäge, sondern diesmal mit Trummsäge, Handsägen und Schäleisen.
 Einhausen. Nicht nur der Fortschritt mit immer modernen Gerätschaften und Fahrzeugen, sondern auch das Aufrechterhalten und die Pflege alter Traditionen ist etwas, was bei den Feuerwehren im Allgemeinen einen hohen Stellenwert einnimmt. So feiert man in der Weschnitzgemeinde traditionell am Maifeiertag das Schlachtfest bei der Feuerwehr: Am 1. Mai 1953 rückte die Wehr erstmals mit Feuerwehrkapelle und Spielmannszug zum „Weihert“, der ehemaligen Eisenbahn-Haltestelle im Lorscher Wald aus, um die „Sau“ zu schlachten und an Ort und Stelle die Schlachtspezialitäten zuzubereiten. In den folgenden Jahren ging es dann mehrere Male nach Jägersburg, dann wieder zum „Weihert“. Einmal sei das Tier sogar ausgebüchst und musste zunächst in einer Treibjagd wieder eingefangen werden. Ab 1965 wurde der Ausflug durch die bei der Bevölkerung sehr beliebte Veranstaltung am Feuerwehrgerätehaus ersetzt.

Ein spezielles Brauchtum ist es in vielen Teilen Süddeutschlands, das Dorf- oder Stadtfest zum Maianfang mit dem feierlichen Aufstellen eines geschmückten Baumstamms einzuleiten. Und so wurde die Idee geboren, auch den Feuerwehrvorplatz mit einem solchen Maibaum auszustatten. 1999 stand erstmals der schmucke rot-weiß lackierte Baum mit Kranz und bunten Zierstreifen. In den nachfolgenden Jahren wurde der Stamm nach und nach um Motive rund um die Feuerwehr und das Schlachtfest ergänzt.

Neuer Stamm nach altem Brauch

Nachdem der Maibaum im vergangenen Jahr umgestürzt und zerbrochen war, als ein Lastkraftwagen beim Wenden den Stamm streifte, war es nun an der Zeit, für einen adäquaten Ersatz zu sorgen. Und so zogen die Brandschützer wieder aus in den Lorscher Wald – nicht, um die Sau zu schlachten, sondern um einen neuen Baum zu fällen. Gefunden wurde die Douglasie in einem Waldstück südlich der B 47, das nach dem Waldbrand 1976 wieder aufgeforstet wurde. Der Nadelbaum hat folglich 35 Jahresringe, eine stattliche Höhe von etwa 17 bis 18 Metern bis zur Krone, einen Durchmesser von rund 25 cm am Fuß und im frisch gefällten Zustand ein Gewicht von schätzungsweise 800 bis 900 Kilogramm.

Er fiel noch vor den Weihnachtsfeiertagen und wurde nun von Ästen befreit, entrindet und geschält, auf die richtige Länge eingekürzt und zum Trockenen hinter das Feuerwehrhaus gebracht. Im Frühjahr muss der Stamm nachbearbeitet und mit weißer und roter Farbe versehen werden, die Schilder müssen repariert und zum Teil erneuert werden. Letztendlich muss Ende April ein frischer grüner Kranz gebunden werden, damit der neue Maibaum rechtzeitig zum Schlachtfest wieder den Vorplatz zieren kann, um die Bürger zu Hausmacher Kost, Haxen und erfrischenden Getränken an das Feuerwehrhaus in der Sepp-Herberger-Straße zu locken.
ff

 

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