Lorsch. „Mit dem Gelenkmast wurden viele Menschen aus dem brennenden Hotel „Sandhas“ gerettet“ erklärte Stadtbrandinspektor Franz-Josef Schumacher bei der Abschlussbesprechung nach einem Großeinsatz der Freiwilligen Feuerwehren von Lorsch und Einhausen und einer Alarmübung des Lorscher Roten Kreuzes. Der Nachteil sei aber gewesen, dass man Verletzte immer wieder zurückbringen musste, damit die eindringenden Einsatzkräfte auch noch etwas zum Retten gehabt hätten.

Ein Übungseinsatz sei halt etwas anderes als ein echter Brandeinsatz. Der Übungsalarm galt dem ehemaligen Hotel in der Kriemhildenstraße. Angenommen worden war ein Brand des Gebäudes mit verletzten Personen in Zimmern auf drei Etagen. Für den Außenstehenden, einige Nachbarn hatten sich angesammelt, auch Bürgermeister Christian Schönung und Ehrenbürgermeister Klaus Jäger waren unter den Zuschauern, sahen die Feuerwehrautos mit blauem und gelbem Blinklicht und die vielen Feuerwehrleute mit ihren Geräten aus wie ein wildes Durcheinander. Näher betrachtet konnte man aber erkennen, dass es sich um den mehr oder weniger geordneten Ablauf eines Brandeinsatzes handelte. Die beiden Angestellten der Lorscher Ortspolizei regelten den Verkehr. Die sechs Gruppen der Lorscher Wehr (40 Personen) und die drei Gruppen (22 Personen der Wehr aus Einhausen, gingen gezielt vor. Die Lorscher begannen den Löschangriff von der Straße aus, die Einhäuser drangen von der Rückseite her in das Haus ein. Während die Lorscher mit dem Gelenkmast, gesteuert von Peter Helmling, relativ leicht an die Menschen in den oberen Stockwerken herankamen, mussten die Einhäuser Schiebe- und Steckleitern benutzen, um in das Hotel zu kommen. Das war schwierig, weil die Verletzten, 17 an der Zahl (Dummis und Mitglieder der Jugendfeuerwehr), auch über die Leitern gerettet werden mussten. 17 Verletzte und eine Tote hatte es auch bei dem wirklichen Brand des Hotels im Jahr 1974 gegeben, erinnerten sich Franz-Josef Schumacher und sein ehemaliger Stellvertreter Joachim Krutsch. Sie waren als Mitglieder der Jugendfeuerwehr bei dem Einsatz dabei gewesen. Sie wussten auch noch, dass ein Nachbar von der Firma Reifen-Schneider eine Person aufgefangen hatte, die in Panik aus einem Fenster gesprungen war. Am Freitagabend drangen Männer und Frauen der Wehr mit Atemschutzgeräten, mit Spitzhacken und an Helmen befestigten Lampen in das Hotel ein. Vor allem die Feuerwehrfrauen und –männer mit den Atemschutzgeräten gerieten gehörig ins Schwitzen. Moni Stürmer (Einhausen) überwachte die Sauerstoffgeräte für die Einsatzkräfte aus der Weschnitzgemeinde, Josef Swider tat Gleiches für die Lorscher. Die Brandschützer zogen auch Wasserschläuche (bis 60 Meter Länge) hinter sich her, um Brandherde zu löschen. Sie lauschten auf die Rufe der mehr oder minder schwer Verletzten, die sich in teils dicht verqualmten Räumen aufhielten. Die Abschnittsleiter wurden immer wieder informierten und erteilten Anweisungen an ihre Kräfte. Die Verletzten wurden geborgen und zum eigens eingerichteten Sanitätsplatz des Roten Kreuze gebracht. Dort wurden sie von sechs Lorscher  Helfern erstversorgt. Rauchvergiftungen, Brandwunden und Knochenbrüche waren die angenommenen Verletzungen. Fünf Notärzte mit Rettungswagen gekommen um die Personen in umliegende Krankenhäuser zu transportieren. Wie Stephan Thomas, Einsatzleiter des DRK Lorsch, berichtete, war es die erste Alarmübung dieser Art. Sie sei recht gut verlaufen. Nach rund 90 Minuten war der Einsatz vorüber. Da mussten die Schläuche aufgerollt werden und alle eingesetzten Geräte wieder in den Fahrzeugen verstaut werden. Auch das gehört zu einer Übung. Zufrieden mit dem Ablauf der Übung zeigten sich auch Stadtbrandinspektor Franz-Josef Schumacher und Gemeindebrandinspektor Christoph Röll aus Einhausen beim abschließenden Würstchenessen im Feuerwehrhaus. Georg Heger, Theo Wahlig, Hugo Müller und Klaus Rickers hatten sich um die Verpflegung und die Getränke gekümmert. ml

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