Feuerwehr besichtigte Baustelle für langen ICE-Tunnel

Einhausen. Angesichts der geplanten ICE-Neubaustrecke durch den Kreis Bergstraße informierte sich die Freiwilligen Feuerwehr Einhausen im Markgräfler Land über die teils schon im Bau befindliche Ausbau- und Neubaustrecke Karlsruhe-Basel und über Aktionen, mit welchen Städte, Gemeinden und Bürgerinitiativen dort den bestmöglichen Schutz für ihre Bürger erreichen wollen. Für Baden-Württembergs drittgrößten Kurort Bad Krozingen stellt sich die Situation ähnlich dar wie für Einhausen und die Stadt Lorsch: Die Bahn plant eine oberirdische Trassenführung, Kommunen und Bürgerinitiativen kämpfen auch hier für eine Tunnellösung. Rund 30 Kilometer weiter südlich wird der Katzenbergtunnel gebaut, um die Randlagen des Markgräfler Hügellandes zu unterqueren.

Die Delegation der Feuerwehr nutzte den Kurzbesuch beim ehemaligen Kameraden Hans Schumacher, um sich einen Eindruck über Brandschutz- und Sicherheitskonzepte bei Eisenbahntunneln während der Bauzeit und in der späteren Betriebsphase zu verschaffen. Schumacher, 1995 bis 2000 Jugendfeuerwehrwart in der Weschnitzgemeinde, hat seinen Wohnsitz aus familiären Gründen ins südbadische Schliengen verlegt und ist dort inzwischen als Abteilungskommandant des Kernortes ehrenamtlich tätig.

Vortrieb mit Tunnelbohrmaschinen

Am Katzenberg wird Sicherheit großgeschrieben. So wirbt die Bahn für ihr aktuell größtes Tunnelprojekt, das sich derzeit in der Rohbauphase befindet. Im Besucherzentrum an der Tunnelbaustelle bei Efringen-Kirchen konnte sich die Gruppe um Gemeindebrandinspektor Christoph Röll vorab über das Gesamtprojekt, das Tunnelbauwerk selbst, die bautechnischen Randbedingungen und die verschiedenen bergmännischen Vortriebsverfahren informieren. Die beiden Tunnelröhren wurden nahezu zeitgleich mit zwei jeweils 220 Meter langen und 2.500 Tonnen schweren Tunnelvortriebsmaschinen hergestellt. Beide Geräte sind inzwischen abgebaut und auf anderen Tunnelbaustellen im Einsatz.
Wissenswertes um den Katzenbergtunnel ...

Tunnelfeuerwehr wird ausgerüstet

Ein Hauptaugenmerk der Einhäuser Floriansjünger lag in Vorausschau auf die Planungen der Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim bei der Sicherstellung des Brandschutzes. Während der Bauphase sei dies eine Aufgabe der ausführenden Tunnelbaufirmen, die Freiwillige Feuerwehr Efringen-Kirchen unterstütze dabei lediglich personell, wie Gesamtkommandant Werner Schmid als Hauptverantwortlicher der Tunnelfeuerwehr erläuterte. Da moderne Eisenbahntunnel so ausgestattet werden, dass sie mit den regulären Einsatzfahrzeugen der Feuerwehren und der Rettungsdienste problemlos befahren werden können, entfällt künftig zumindest die teure Beschaffung von Spezialequipment zum Aufsetzen auf die Gleise. Lediglich Geräte für die langen Atemschutz-Einsatzzeiten und die Bereitstellung von Löschwasser über größere Entfernungen müssen zusätzlich beschafft werden. Am Katzenbergtunnel stellen die Baufirmen hierfür zwei Mannschaftsfahrzeuge und einen Materialcontainer bis zum Abschluss der Baumaßnahmen zur Verfügung.
Wie der Brandschutz in der späteren Betriebsphase sichergestellt werden soll, ist derzeit noch nicht abschließend geklärt, so Schmid. Zwar sei die Ausführung als Zwei-Röhren-Tunnel, bei dem die Röhren im Abstand von 500 Metern über Verbindungsbauwerke miteinander verbunden sind, laut DB bereits eine präventive Sicherheitsmaßnahme. Die jeweils nicht betroffene Tunnelröhre soll dann im Unglücksfall als Rettungs- und Fluchtweg genutzt werden. So will man Verletzte schnell und sicher zu den Rettungsplätzen außerhalb des Tunnels bringen. Ob sich dieses Rettungskonzept in der Realität bewährt und welche Probleme letztendlich noch auf die Feuerwehren im Umfeld des Bahntunnels zukommen werden, blieb ebenso offen wie die derzeit noch ungeklärten Detailfragen zur Löschwasserversorgung im Tunnel.
ff

Gemeinsam mit der Tunnelfeuerwehr konnte die Besuchergruppe der Feuerwehr Einhausen bis zum ersten Verbindungsstollen in die halbfertige Tunnelröhre einfahren. ff/Bild: ff

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